Die Kontroverse

Eins der größten Rätsel der antiken Welt ist die Frage, ob die in der Bibel festgehaltenen Ereignisse tatsächlich stattgefunden haben. Von der Antwort hängt immens viel ab, denn die heutige Welt ist aufs engste mit der Bibel verbunden. Kaum etwas hat die westliche Zivilisation so stark beeinflusst wie die Bibel. Über 1500 Jahre lang sah der Westen die biblischen Berichte als wahr an. Heute bilden diese Berichte die Glaubensgrundlage für mehr als zwei Milliarden Juden und Christen weltweit.

Wenn diese Ereignisse gar nicht stattgefunden haben, basieren diese Glaubensrichtungen dann nur auf einer riesigen Lüge?

Viele der heutigen Spannungen im Nahen Osten haben mit der Bibel zu tun. Die verschiedenen Lager in den kulturellen Kriegen lassen sich im Großen und Ganzen darauf zurückführen, wie sie die Bibel und ihre Bedeutung sehen. Wenn sich Fragen in Bezug auf biblische Geschichte ergeben, sind sie von vornherein kontrovers – und wer neue archäologische Beweisstücke findet, die mit der Bibel zu tun haben, sieht sich mit einer Atmosphäre explosiver Befürchtungen konfrontiert.

Im Oktober 1999 schrieb der bekannte israelische Archäologe Zelev Herzog in der Zeitschrift Ha’aretz:

„Archäologen haben bei den Ausgrabungen in Israel Folgendes gelernt: Die Israeliten waren niemals in Ägypten, sie zogen nicht durch die Wüste, sie eroberten das Land nicht mit einem militärischen Feldzug und übergaben es nicht an die 12 Stämme Israels.“

So viel scheint gegen den Exodus zu sprechen, dass selbst religiöse Anführer diesen Bericht als historische Fiktion abtun. Rabbi David Wolpe, der vom Newsweek Magazine als der einflussreichste Rabbi in Amerika bezeichnet wird, meint: „Der Exodus hat garantiert nicht so stattgefunden, wie ihn die Bibel schildert. Es handelt sich hierbei nicht um die Schilderung eines historischen Ereignisses.“

Diese heutige Sicht unterscheidet sich drastisch von der, wie sie noch vor einem Jahrhundert vorherrschte. Im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts kamen europäische Pionier-Archäologen in den Nahen Osten, mit einer Schaufel in der einen und einer Bibel in der anderen Hand. Zunächst schien das, was sie fanden, sehr für die Bibel zu sprechen. Doch im Lauf der Jahre legten weitere Funde und genauere Datierungsmethoden den Schluss nahe, dass viele der früheren Funde doch nicht aus biblischen Zeiten stammen konnten. In ihrem Eifer, ihren Glauben zu beweisen, schien die vorangegangene Generation voreilige Schlüsse gezogen zu haben.
 

Ist der Exodus nur ein Mythos oder haben sich die Archäologen möglicherweise geirrt?

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